Biberfreunde feierten auf der Kraftwerksinsel in Birsfelden

Ein Rückblick und Eindrücke von unserem Praktikanten Marc Weiss

Es ist Samstag Morgen und ich stehe auf dem halbleeren Platz der Kraftwerksinsel in Birsfelden. Die Getränke wurden gestern glücklicherweise doch noch geliefert. Eine etwas deplaziert scheinende Bühne steht mitten auf der Wiese. In einer Ecke steht vereinsamt ein zu einem Bistro umgebauter Zirkuswagen. Am anderen Rand der Wiese steht unser neuer Biberbus. In weiter ferne liegt ein Haufen grüner Äste. Noch ist alles nur in das schwache Licht der Sonne getaucht. Tapfer kämpfen sich vereinzelt Sonnenstrahlen durch die Wolken. Munteres Vogelgezwitscher ist das einzige Geräusch an diesem verträumten Ort. Hier sollen in ein paar Stunden 400 Besucher verpflegt, vergnügt und betreut werden.
Langsam trudeln die Helferinnen und Helfer auf dem Festgelände ein. Die Kraftwerksinsel erwacht zum Leben. Blachen werden geknüpft, Äste werden zugesägt, Marktstände, Zelte, Bänke und Tische werden aufgestellt. Viel muss noch vorbereitet und aufgebaut werden, bis die Gäste kommen. Einem Ameisenhaufen gleich rennen, laufen, gehen, hüpfen und krabbeln die Helferinnen und Helfer auf dem Festgelände von Einsatz zu Einsatz. Wo immer eine helfende Hand benötigt wird, ist auch schon eine zur Stelle. Wie von Zauberhand wachsen Biberburgen aus dem Boden, werden Marktstände geschmückt und werden die Aussenelemente des Biberbusses aufgestellt. Letzte Vorbereitungen werden getroffen. Alles steht bereit. Die Gäste können kommen.
Um Punkt 16:00 Uhr beginnt das Fest offiziell mit der Eröffnung des Biberbusses. Nach den Reden von Urs Leugger-Eggimann (Geschäftsführer HALLO BIBER!), Frau Sava Buncic (Abteilungsleiterin Kommunikation und Marketing Pro Natura) und Herrn Regierungsrat Christoph Eymann schwimmen drei Biber im Rhein auf die speziell installierte Biberrampe zu.
Der Festbetrieb kann beginnen. Kinder rasen auf Brettern die Rollenbahn runter, vergnügen sich mit den Spielsachen oder bauen Türme mit grossen Holzklötzen. Lautlos gleiten Besucher mit Weidlingen vom AWS und WFVB auf dem Wasser dahin. Vom Biber inspirierte Kunstwerke werden kritisch unter die Lupe genommen. Die Rezeption des Biberhotels hat Hochbetrieb. Es wird gegessen, gelacht, geschwatzt und die Zeit vergeht wie im Fluge.
Schon wird es dunkel. Trotz Wolken meint es Petrus gut mit uns. Geregnet hat es noch nicht. Plötzlich erhellen unzählige Kerzenlaternen den ganzen Festplatz. Von der Bühne ertönt Musik. Eine Leinwand wird mit bewegten Diaprojektionen geschmückt. Ein Feuerwerk aus Bild und Ton zieht die Leute in ihren Bann.
Die Bilder, die zuvor ununterbrochen über die Leinwand gewandert sind, verblassen langsam; die letzten Töne der Musik verklingen. Langsam verschwinden die Besucher in den Biberburgen. Der erste Festtag geht ohne grosse Pannen und erstaunlicherweise ohne Regen zu Ende. Ich ziehe mich zufrieden in meine Biberburg zurück.
Mitten in der Nacht wache ich mit Schrecken auf. Regen prasselt an die Äste meiner Biberburg. Hoffentlich werden unsere Gäste nicht aus ihren Burgen geschwemmt. Zumindest unser Bau scheint Wasserdicht zu sein. Ich lasse mich vom Regen wieder in den Schlaf singen. Einige Minuten Schlaf kann ich mir noch gönnen, bis der Brunch vorbereitet werden muss.
Beim Aufstehen bemerke ich erleichtert, dass es kaum mehr regnet. Rasch müssen Tische und Marktstände umgestellt werden, damit der Brunch zubereitet werden kann. Bald schon verteilt sich ein köstlicher Duft von frischer Rösti, gebratenem Speck und Spiegelei auf dem Festplatz. Immer mehr Gäste strecken die Köpfe aus ihren Biberburgen. Das Zelt füllt sich langsam mit hungrigen Bäuchen, die gefüllt werden wollen. Der nun einsetzende strömende Regen und die flinke Musik der Jazzmusiker scheint den Appetit zu fördern. Bis um 14.00 Uhr wird geschlemmt und gespiesen was die Küche hergibt.

Schon bald wird hier wieder eine leere Wiese stehen. Nur noch vereinzelte Eindrücke im Gras werden von diesem grossartigen Anlass zeugen. Ein bleibender Eindruck wird jedoch auch in meiner Erinnerung hinterlassen. Einmal hatte ich die Möglichkeit in einer Biberburg zu übernachten; bewundernswert komfortabel und vielleicht auch etwas ungewöhnlich trocken für einen Biberbau. Aber nichts desto Trotz wird mir dieses Fest für immer in guter Erinnerung bleiben.